Göttinger Chaussee

Videofahrt

Die Chronik der Göttinger Chaussee

Mit Beginn der Industrialisierung - Anfang des 20. Jahrhunderts - beginnt auch die Geschichte der Göttinger Chaussee als Geschäftsstraße, an der die Bewohner der ersten Siedlungen Oberricklingens ihren täglichen Bedarf an Waren und Dienstleistungen deckten. Damals endete Sie allerdings im Norden nicht mit dem Göttinger Hof, sonder folgte ungefähr dem Verlauf Fischerhof - Göttinger Straße bis zum heutigen Deisterkreisel.

Aber schon viel eher befand sich hier einer der großen Landwege, auf denen Waren aller Art in andere Städte transportiert wurden. An der Straße nach Göttingen, unweit der Gemeindegrenze zu Hemmingen, lag eine Schänke, in die die Reisenden einkehren konnten und auch die Pferde getränkt, bzw. gewechselt, wurden.
Die "Alte Landwehrschänke" unweit der alten Landwehr - einem der Stadt Hannover vorgelagerten Schutzwall - gab es bereits seit 1880. Sie war auf den mitteralterlichen Kellergwölben der sogenannten "Mordmühle" (heute Grundstück "Fliesen Trebing") errichtet worden und seit 1896 lag schräg gegenüber das Gast- und Wohnhaus "Neue Landwehrschänke".

1901 wurden zwischen Gedelfeld- und Schnabelstraße viergeschossige Häuser mit Läden und der Gastwirtschaft "Ricklinger Vereinshaus" (heute "Ricklinger Gasthaus Anno 1901") von dem Gemeinnützigen Bauverein Ricklingen gebaut.

1907 wurde von der Stadt Linden der Friedhof an der Göttinger Chaussee angelegt.

Der Architekt Ernst Zinsser baute von 1935 - 43 die Werkanlagen der Vereinigte Leichtmetall Werke (VLW) an der Göttinger Chaussee 14 und 1938 das Fabrikgebäude Huth Apparatebau, Göttinger Chaussee 76. Ab 1946/47 fertigte hier die Firma Telefunken Rundfunk- und Fernsehgeräte und noch bis 1973 elektroakustische Geräte.

1936 baute die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim die Häuser an Göttinger Chaussee Nr. 132 bis 152. 1937 ging die Bebauung seitens der Niedersächsischen Wohnungsbaugenossenschaft mit zwei Häuserzeilen bis zum Grünen Hagen weiter.

Anfang der 1950iger Jahre war die Göttinger Chausse als Bundesstraße 3 die Nord-Südverbindung zwischen Skandinavien und Südeuropa und die "Neue Landwehrschänke" avancierte zum beliebten Fernfahrerheim. Vor allem der Schwerlastverkehr, der sich durch die Göttinger Chaussee quälte, bedeutete für die Anwohner eine große Belastung. Dieser Umstand änderte sich 1955 mit der Freigabe der Frankfurther Allee - als Teil des West- und Südschnellweges - über die von da an der Fernverkehr geleitet wurde.

1956/57 errichtete die Firma Telefunken an der Göttinger Chaussee, Ecke Bückeburger Allee, ihr neues Verwaltungsgebäude für den Standort Hannover.

1975 wurde auf dem großen Areal zwischen Frankfurter Allee, Ricklinger Kreisel und Göttinger Chaussee ein Kaufhaus und ein zentrales Postamt für Ricklingen und Oberricklingen sowie in folgenden Jahren die Gebäude für die Finanzämter Hannover-Land und -Stadt und die Steuerfahndung gebaut.

Ihre Mithilfe wird benötigt!

Wenn Sie Erinnerungen an Ereignisse oder auch an das alltägliche Leben auf oder an der Göttinger Chaussee haben - vielleicht sogar alte Fotos - dann melden Sie sich bitte. Es wäre schön, wenn die hier gesammelten Informationen über die Oberricklinger Geschäftsstraße und ihre Geschichte weiter vervollständigt werden können!

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